28.05.05 | Urlaub

Geld und Urlaub


Auch Provisionen gehen in Berechnung des Urlaubsentgelts ein

Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Zurücklehnen und entspannen - bei voller Bezahlung. Die fortlaufende Vergütung nennt man Urlaubsentgelt.

Erhält der Arbeitnehmer ein immer gleichbleibendes Monatsgehalt, ist die Berechnung des Urlaubsentgelts simpel. Der Arbeitgeber zahlt einfach das normale Gehalt weiter. Schwieriger wird es bei schwankenden Gehältern. Sachbezüge (Verpflegung, Deputate), Tantiemen, Prämien und Provisionen gehen nämlich in die Berechnung des Urlaubsentgelts ein. Nicht zum Arbeitsverdienst zählen dagegen Überstundenvergütungen, Trinkgelder, Gratifikationen für das ganze Jahr wie Weihnachtsgeld und Aufwandsentschädigungen für mit der Arbeit verbundene Leistungen.

Die Berechnung des Urlaubsentgelts schließt die Vergütung der letzten 13 Wochen vor dem Urlaubsbeginn ein. Bei monatlicher Abrechnung entspricht das drei Monaten. Da der Sonnabend als Werktag zählt, muss man den Gesamtverdienst der letzten drei Monate durch 65 Werktage teilen. Das Ergebnis ergibt - multipliziert mit der Anzahl der Urlaubstage - das Urlaubsentgelt.

Bei Arbeitnehmern in Teilzeit ist die anteilige Vergütung die Berechnungsgrundlage. Bei flexibler Arbeitszeit werden nur die Tage herangezogen, die der Arbeitnehmer tatsächlich hätte arbeiten müssen.

Ergeben sich Veränderungen des Gehalts innerhalb des Drei-Monatszeitraumes vor dem Urlaubsantritt, sind diese nur bei Erhöhungen, die nicht nur vorübergehender Natur sind, einzubeziehen. Der Arbeitgeber muss bei der Berechnung deshalb so tun, als ob der Arbeitnehmer das höhere Gehalt in den vollen vergangenen drei Monaten bezogen hätte. Anders bei Verringerungen des Gehaltes - sie ziehen keine Veränderungen des Urlaubsentgelts nach sich.

Viele Unternehmen zahlen neben dem Urlaubsentgelt auch ein extra Urlaubsgeld aus. Arbeitnehmer haben darauf keinen Anspruch, es sei denn durch tarifvertragliche Regelungen oder Festlegungen im Arbeitsvertrag. Jedoch kann sich aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz ein Anspruch ergeben. Erhalten nämlich alle anderen Arbeitnehmer Urlaubsgeld, kann der Arbeitgeber einem einzelnen Arbeitnehmer nicht das Urlaubsgeld verweigern.

Außerdem gilt das Prinzip der betrieblichen Übung. Wurde über mehrere Jahre hinweg Urlaubsgeld gezahlt, kann das einen Anspruch ableiten. Versieht der Arbeitgeber die Zahlungen jedoch jeweils mit einem Freiwilligkeitsvorbehalt, entfällt der Anspruch.

Abgeltung von Ansprüchen

Beendet der Arbeitnehmer sein Arbeitsverhältnis, kann das zu einem Anspruch auf Urlaubsabgeltung führen. Voraussetzung ist, dass er deshalb seinen Urlaub nicht mehr nehmen konnte. Die Höhe der Abgeltung entspricht dabei der Höhe der Vergütung, die der Arbeitnehmer bei Verbleib im Unternehmen bekommen hätte. Betriebsübergänge bilden keine Voraussetzung für Urlaubsabgeltung, weil der Arbeitnehmer seinen Urlaub beim neuen Arbeitgeber erhält. Die Urlaubsabgeltung greift auch bei dem Antritt einer Rente. Sonderregelungen gelten bei Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderung.

Veröffentlicht in der Berliner Zeitung am 28.05.2005.

Von: Ulf Weigelt