29.07.06 | Lohn

Gleicher Lohn


Was Studierende bei Nebenjobs beachten sollten

Viele Studenten haben schon während des Studiums Kontakt zur Arbeitswelt. Ob sie nun in den Semesterferien jobben, meist als geringfügige, kurzfristige Beschäftigung oder das ganze Jahr über tätig sind - es gilt für sie einiges zu beachten.

Studentenjobs unterscheiden sich arbeitsrechtlich von Praktika. Sie dienen nicht dem Ausbildungszweck, sondern ermöglichen den Lebensunterhalt. Für die Einordnung, ob ein Arbeitsverhältnis vorliegt oder lediglich eine freie Mitarbeiterschaft, kommt es im Wesentlichen auf den Grad der persönlichen Abhängigkeit an. Als Arbeitnehmer untersteht der Studierende dem Arbeitgeber und muss dessen Anweisungen befolgen. Der Arbeitgeber ist dann umgekehrt verpflichtet, sich auch bei studentischen Aushilfstätigkeiten an den Arbeitnehmerschutz wie Urlaub und Kündigung zu halten.

Kurzfristige Tätigkeiten

Studentische Arbeitsvereinbarungen untergliedern sich in drei Arten: Bei geringfügigen Beschäftigungen ist die Tätigkeit meist auf Dauer angelegt Der Lohn überschreitet insgesamt aber nicht 400 Euro im Monat. Man spricht hier von einer Entgeltgeringfügigkeit. Eine darüber hinaus gehende Studentenbeschäftigung ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis. Schließlich gibt es Tätigkeiten, die nur während der Semesterferien kurzfristig stattfinden - längstens zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage im Jahr (so genannte Zeitgeringfügigkeit). Geringfügige Beschäftigungen sind für Studenten weit verbreitet, da sie auf diese Weise die zu erbringende Arbeitsleistung mit dem

Studium in Einklang bringen können.

Bei Teilzeitbeschäftigungen muss den Studierenden ein Lohn gezahlt werden, der mindestens anteilig der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers entspricht. Ein Student darf nicht schlechter bezahlt werden als ein Arbeitnehmer mit gleicher Tätigkeit. Auf eine Bezahlung von Überstunden können Studenten jedoch nicht in jedem Fall pochen. Leisten sie täglich weniger als die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit, entfällt jeglicher Anspruch auf Überstunden.

Bei der Sozialversicherungspflicht sind studentische Tätigkeiten für Unternehmen besonders attraktiv. Ihre kurzfristige Beschäftigung ist für Unternehmen nämlich frei von Sozialabgaben, wenn sie höchstens 50 Arbeitstage im Kalenderjahr beziehungsweise zusammenhängend maximal zwei Monate arbeiten. Dabei darf diese Beschäftigung keine berufsmäßige sein, sofern mehr als 400 Euro verdient werden. Besonders fleißige Jobber müssen jedoch aufpassen, dass mehrere kurzfristige Beschäftigungen im Lauf eines Kalenderjahres nicht die Zeitgrenze überschreiten und somit die Versicherungspflicht auslösen.

Ausnahme zur Zeitgrenze

Üben Studenten länger als zwei Monate eine Tätigkeit aus, ist für sie die Versicherungsfreiheit dennoch gegeben, wenn das Einkommen nicht mehr als 400 Euro monatlich beträgt. Bis zu dieser Verdienstgrenze handelt es sich wieder um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, auf die nur der Arbeitgeber Pauschalabgaben entrichten muss.

Veröffentlicht in der Berliner Zeitung am 29.07.2006.

Von: Ulf Weigelt