04.04.09 | Arbeitsvertrag

Nicht nur auf Zeit


Fehler bei Befristungen führen oft automatisch zur einer Daueranstellung

Befristete Arbeitsverhältnisse sind bei Arbeitgebern beliebt: Schon jeder zehnte Arbeitnehmer ist nur noch auf Zeit angestellt. Meist erhalten Berufseinsteiger so ihre erste Chance und müssen -länger als in der klassischen Probezeit -ihr Können unter Beweis stellen, bevor eine Festanstellung winkt. Für den Arbeitgeber bergen Befristungen aber Fallstricke.

Oft werden Mitarbeiter schon vor dem im Arbeitsvertrag bezeichneten Beginn der Tätigkeit im Unternehmen beschäftigt. Erst später folgt der befristete Arbeitsvertrag. Ein cleverer Arbeitnehmer ergreift seine Chance und klagt daraus ein Recht auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ein. Denn das Gesetz sieht eine nachträgliche arbeitsvertragliche Vereinbarung als schlicht nicht wirksam an. Im günstigsten Fall erhält er die Festanstellung -oder eine Abfindung.

Nicht nur zu Beginn, auch am Ende einer Befristung geschehen Fehler, etwa wenn Arbeitnehmer über das Befristungsende hinaus weiter beschäftigt werden. Dann wandelt sich das befristete automatisch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Voraussetzung ist, dass der betroffene Arbeitnehmer sein Recht zum Beispiel durch eine Entfristungsklage einfordert.

Auch Zweckbefristungen werden häufig vereinbart. Sie liegen vor, wenn ein vorübergehender Beschäftigungsbedarf im Betrieb entsteht, zum Beispiel bei Vertretungen. Der befristet Beschäftigte muss mindestens zwei Wochen vor Erreichen des Endes des Befristungs-Zweckes schriftlich über das bevorstehende Ende seiner Beschäftigung in Kenntnis gesetzt werden. Eine schriftliche Mitteilung darüber, dass der vorübergehende Bedarf nicht mehr gegeben ist, reicht aus. Der Arbeitgeber muss jedoch beachten, dass der Mitarbeiter nach dem Befristungsende nicht mehr weiter arbeitet, da sich auch hier das bislang befristete Vertragsverhältnis in ein unbefristetes wandelt. Clevere Arbeitgeber bauen in die Arbeitsverträge auf Zeit eine Klausel ein, wonach sie den Widerspruch gegen die unbefristete Weiterbeschäftigung erklären. So wollen sie einer drohenden ungewollten Umwandlung entgegenwirken, auch wenn ein Mitarbeiter -aus Versehen oder beabsichtigt -weiter für sie arbeiten sollte. In etwa lautet sie so: "Bereits jetzt widerspricht der Arbeitgeber gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz der stillschweigenden Verlängerung des Arbeitsverhältnisses über das vereinbarte Befristungsende hinaus."

Veröffentlicht in der Berliner Zeitung vom 04.04.2009

Von: Ulf Weigelt