30.06.01 | Arbeitsvertrag

Zwölg Stunden Freizeit müssen bleiben


Welche speziellen Regeln für Ferienjobber gelten

Viele Schüler nutzen die Sommerzeit, um mit einem Aushilfsjob ihr Taschengeld aufzubessern. Die Arbeitgeber nehmen diese Hilfe oft dankbar in Anspruch, um Personalengpässe durch Urlaube fest angestellter Mitarbeiter auszugleichen. Doch gelten für Minderjährige besondere Regeln, die Ferienjobber selbst sowie deren Eltern und Arbeitgeber gleichermaßen beachten sollten.

Für diese Aushilfsjobs gilt generell das Arbeitsrecht. Außerdem gilt darüber hinaus das Jugendarbeitsschutzgesetz. Kinder unter 13 Jahren dürfen danach grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Für Kinder ab 13 Jahren bilden die Schulferien - und da für maximal vier Wochen im gesamten Kalenderjahr - die einzige Ausnahme laut Gesetz. Die Tätigkeit darf auch nur leicht und muss für Kinder geeignet sein. Die tägliche Arbeitszeit darf zwei Stunden nicht überschreiten, in landwirtschaftlichen Familienbetrieben drei Stunden. Die Arbeit darf nur in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr und nicht vor oder während des Schulunterrichts verrichtet werden. Generell müssen die Erziehungsberechtigten - meist die Eltern - der Aufnahme des Jobs zustimmen.

Auch für Jugendliche von 15 bis zu 18 Jahren gilt ein besonderer Arbeitsschutz: Die Dauer der Arbeitszeit darf im Regelfall nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich betragen. Ausnahmen sind in begrenztem Umfang unter bestimmten Voraussetzungen bis zu neun Stunden täglich möglich.

Gefährliche Tätigkeiten verboten

Erweitert gegenüber dem Arbeitszeitgesetz sind auch die Pausenzeiten von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit zwischen 4,5 Stunden und 6 Stunden, sowie 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden. Eine Pause von mindestens 15 Minuten muss spätestens nach viereinhalb Stunden Arbeit gewährt werden. Die tägliche Ruhezeit - damit ist nichts Anderes als die Freizeit gemeint - muss mindestens zwölf Stunden betragen.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz enthält auch einen Katalog der gefährlichen Arbeiten, die für Jugendliche verboten sind. Unter anderem sind solche Arbeiten verboten, bei denen die Gesundheit der Jugendlichen durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet wird. Akkordarbeit und tempoabhängige Arbeit ist ebenfalls verboten.

Eltern von Jugendlichen sollten, soweit das möglich ist, die Einhaltung der Vorschriften überprüfen, um irreparable gesundheitliche Spätschäden ihrer Sprösslinge zu verhindern. Die Aufsichtsämter stellten in der Vergangenheit jährlich ca. 60 000 Verstöße fest, obwohl Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz durch Ordnungswidrigkeitenverfahren geahndet werden. Deshalb wurde der Bußgeldrahmen in letzter Zeit deutlich erweitert.

Veröffentlicht in der Berliner Zeitung am 30.06.2001.

Von: Ulf Weigelt